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Digitaler Wandel eines Geschäftsmodells: So transformierte sich FRABA vom Handwerksunternehmen zum Digital Mass Customizer

Die Digitalisierung fordert die Anpassungsfähigkeit von Mittelständlern mehr denn je heraus. Wie flexibel, kreativ und mutig reagiert der deutsche Mittelstand darauf? Das Unternehmen FRABA aus Köln präsentiert eine radikale Herangehensweise. Welche Rolle dabei eine ferngesteuerte Fabrik in Polen spielte, erläutert der Artikel.

Die FRABA Fabrik in Sublice

 

Das ursprüngliche Geschäftsmodell von FRABA: von Hand entwickelte und produzierte Maschinenteile

Lange Zeit produzierte der Kölner Mittelständler Drehgeber-Produkte, sprich Teile für Maschinen, für regionale Auftraggeber. Diese wurden stets in kleiner Stückzahl und erst nach Spezialauftrag von Handwerkern und Fachkräften entwickelt und hergestellt.

Doch durch die zunehmende Globalisierung kamen viele Auftraggeber plötzlich nicht mehr nur aus dem Kölner Einzugsgebiet, sondern auch aus dem Ausland. Dies stellte das handwerkliche Geschäftsmodell vor enorme Herausforderungen, da es in seiner bestehenden Form nicht skalierbar und regional erweiterbar war.

Die Schaffung einer ferngesteuerten Fabrik ohne Spezial-Handwerker

Als der Geschäftsführer Christian Leeser zusammen mit seinem Bruder Mitte des letzten Jahrzehnts erkannten, dass sie auf die veränderten globalen Anforderungen des Marktes reagieren mussten, beschlossen sie den Bau einer neuartigen Fabrik in Polen.

Die Idee: Die Anlage sollte zum einen ohne Facharbeiter auskommen und zum anderen global mit allen Kunden vernetzbar sein. Angelernte Mitarbeiter sollten viel eher aus einem zentralen Anleitungssystem heraus in der Lage sein, die Spezialprodukte zusammenzubauen. Angeeignetes Wissen sollte digital gespeichert und allen Mitarbeitern sofort verfügbar gemacht werden. Dieser Ansatz zielte darauf ab, Kosten in der Produktion zu sparen und gleichzeitig eine globale Verfügbarkeit von Spezialprodukten für alle Kunden zu gewährleisten. 

 

Arbeiter bauen 1 Million Maschinenteile nach einer Art IKEA-Bauanleitung zusammen

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Heute gehen die Bestellungen der globalen Auftraggeber online über eine Website ein. In der Fabrik in Slubice setzen anschließend angelernte Arbeiter nach einer Art IKEA-Anleitung die unzähligen Versionen von Drehgebern zusammen.

Ein digitales System testet die zusammengebauten Teile und dokumentiert Fehler beim Zusammenbau. Diese werden sofort allen anderen Mitarbeitern zugänglich gemacht – ein enormer Vorteil bei fast einer Million bestellbaren Produkten. So ersetzt das System die früheren Spezial-Handwerker, das täglich erweiterte Know-how wird sofort digitalisiert und in Echtzeit allen zur Verfügung gestellt. 

 

Dieses Fallbeispiel stellte FRABA CEO Christian Leeser in der Reihe der Convidera Unternehmergespräche vor; hier gelangen Sie zur Aufzeichnung.

Sie möchten gerne ähnliche Cases kennenlernen? Dann melden Sie sich hier für die Convidera Unternehmergespräche mit CEOs von digitalen Vorreitern aus dem Mittelstand an.

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